Meine Objekte haben keine Botschaft.
Für den Betrachter hat dies den Vorteil, dass er nicht versuchen
muss,
sie zu verstehen. Er muss lediglich entscheiden, ob er sich
durch die Formgebung angesprochen fühlt.
Er kann sie schön finden oder auch nicht.
Wenn Menschen meine Objekte betrachten kommt unweigerlich irgendwann
der erstaunte Ausruf:
„Dass Sie als Blinder...“
Beschrieben wird nun die Überraschung darüber, dass ich als
Blinder überhaupt
irgendwas mache, bis zum Erstaunen, dass ich die Steine so glatt bekomme.
Jeder der koordiniert mit einem Hammer umgehen kann, ist auch in der
Lage,
einen Stein blind zu bepickeln.
Was hinten rauskommt, ist die entscheidende Frage.
Natürlich hat meine Blindheit auch Auswirkungen auf die Objekte
und ihre Entstehung.
So ergeben sich bei der technischen Umsetzung meiner Vorstellungen
gelegentlich Probleme.
Meist kann ich sie durch Hilfskonstruktionen lösen. Dann und wann
muss ich mir aber
auch Hilfe holen. Manchmal muss ich ein Projekt auch einfach absetzen.
Besondere Auswirkungen hat meine Blindheit im Bereich der Oberflächengestaltung.
Auch wenn ich um optische Wirkung weiß, kann ich sie nicht angemessen
nutzen.
Ich orientiere mich bei der Oberflächengestaltung ausschließlich
an meiner Tastästhetik.
Dies stellt eine gewisse Einschränkung dar, da der Tastsinn bei
weitem nicht so
vielfältige Wahrnehmungsmerkmale aufnehmen kann wie der Gesichtssinn.
Das schränkt die Variationsbreite der Oberflächengestaltung erheblich
ein.
Die meisten Objekte bekommen bei mir eine glatte Oberfläche.
Wer sich im Thema auskennt, weiß, das heißt Schleifen,
schleifen, schleifen...